
Lesetipp von
Sybille Kramer
29.04.2025
Noah Bach, dreiunddreißig, erfolgloser bildender Künstler, wird von seiner langjährigen Freundin Camilla verlassen. Eigentlich lieben die beiden sich heiß und innig, aber Camilla hat keine Lust mehr, die Alleinverdienerin zu sein und mit dem langweiligen Job als Buchhalterin den Lebensunterhalt zu verdienen.
Um seinen Kummer zu vergessen, betrinkt Noah sich in der "Blauen Tulpe" und lernt dort die trauernde Witwe Betty Hasler kennen. Sie ist Mitte sechzig, schwer herzkrank – was sie nicht vomTrinken abhält – und sie ist voller Wut auf den Geschäftspartner ihres verstorbenen Mannes. Peter W. Zaugg hat ihren Mann ausgenutzt und in ihren Augen in den frühen Tod getrieben.
Nach mehreren Gläsern Mojito, Cuba Libre und Champagner sind sie "per Du" und Betty erzählt von ihrer Idee, Zaugg umbringen zu lassen. Das wäre ihr eine Million Franken wert. Beim Abschied spricht sie zwar davon, dass das nur eine verrückte Idee sei, die Noah schnell vergessen soll, aber für ihn würde das Geld eine Chance bedeuten, Camilla zurückzuerobern. Im weiteren Verlauf des Romans spielen das Sako TRG-42, ein Gewehr der Schweizer Armee, und die Gemäde von Noah Bach eine wichtige Rolle.
Wie immer bei einem richtigen Suter darf natürlich nicht alles verraten werden. Die Mischung aus Roman und Kriminalgeschichte macht den Reiz seiner Bücher aus. Und wir LeserInnen können uns freuen, dass uns Martin Suter – trotz des Todes seiner geliebten Frau Margrith Nay Suter – wieder mit einem spannenden Roman bedacht hat.
Packender Lesegenuss garantiert!
Roman
Diogenes, 26,00 €